HeaderGeschichte
 

Geschichte

 

                                        



 

 

Bauten:                                                    Architekten:           
Brüttisellen  A. C. Müller 
Bonstetten  Senn & Muhl 
Höngg  Guhl, Lechner & Partner 
Leimbach  A. C. Müller, Ernst Nüesch, Senn & Muhl 
Oerlikon  Casetti, Rohrer & Schmid 
Seebach, Grubenacker  Popp & Mannhart 
Seebach, Grabenacker  A. C. Müller, Ernst Nüesch 

  
                                                                       
Hans Konrad Escher von der Linth  
   

Gründung der Linth-Escher

Am 23. April 1937 hat eine Gruppe von Idealisten die "Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft Linth-Escher" gegründet. Als Vorbild diente ihr Hans Konrad Escher von der Linth, der Erbauer des Linthkanals. Die Genossenschaft plante auf politisch neutraler Grundlage den Zusammenschluss Interessierter für den gemeinsamen Erwerb von Land in der Schweiz (speziell im Kanton Zürich sowie in der Linthebene), die Durchführung allfälliger Meliorationen und die Erstellung landwirtschaftlicher Kleinbetriebe. Am 5. Juli 1937 wurde dann der Eintrag der Genossenschaft im Handelsregister des Kantons Zürich vorgenommen.
 
Der Vorstand der neu gegründeten "Linth-Escher" setzte sich wie folgt zusammen:

Präsident:

Walter Stäubli

Angestellter der Strassenbahn der Stadt Zürich

Vizepräsident:

Jean Nüssli

Pensionierter Polizeiwachtmeister

Kassier:

Conrad Meyer

Sekretär

Aktuar:

Emil Büchi

Vertreter

Protokollführer:

Karl Kägi

Buchhalter

 

   

Unter der Leitung Walter Stäublis gelang es diesen fünf Männern rasch, weitere Interessenten von der Idee des Siedlungsbaus zu überzeugen und zum Mitmachen zu animieren. Es zeigte sich allerdings bald, dass die Vorstellungen von Siedlungsbauten in der Linthebene nicht zu realisieren waren, denn der Zweite Weltkrieg zwang zur landwirtschaftlichen Nutzung des meliorierten Gebietes.

Gerade in diesen schweren Zeiten bestätigte indessen die sozial gesinnte "Linth-Escher" ihre Existenzberechtigung eindrücklich, konnte sie doch vielen wohnungssuchenden Menschen helfen. Von den damaligen Vorstandsmitgliedern lebt übrigens heute keiner mehr. An dieser Stelle sei der Gründer ehrend gedacht.

Das erste Siedlungsprojekt

Am 3. November 1938 richtete der Vorstand der "Linth-Escher" an neun städtische und kantonale Stellen sowie an schweizerische Vereinigungen folgendes Rundschreiben: "Im Auftrag der Genossenschaft hat Architekt A.C. Müller, Zürich, ein Siedlungsprojekt mit dem Standort Wangen/Zürich, an der neuen Winterthurerstrasse, ausgearbeitet, das den Wünschen der Begutachterin des Bundes, der "Schweizerischen Vereinigung für Innenkolonisation und industrielle Landwirtschaft", weitgehend Rechnung trägt. Am Rande des Rieds soll auf einem Grundstück, das sich die Genossenschaft durch Kaufvertrag gesichert hat, in einer ersten Etappe eine Gruppe von zehn Häusern errichtet werden. Die Objekte sollen ohne Ausnahme Arbeitslosen zur Verfügung gestellt werden. Dies schon deshalb, weil Subventionen aus dem Kredit der "Innenkolonisation" nur an Siedler ohne Arbeit ausbezahlt werden. Pro Siedlung sind 13 bis 15 Aren Land vorgesehen. Damit ist den Familien nebst dem Vorteil des billigen Wohnens (ca. Fr. 600.- Jahreszins) die Möglichkeit geboten, auf eigenen Gemüse- und Beerenpflanzungen sowie mit einer Kleintierzucht eine gewisse Selbstversorgung hinsichtlich Nahrungsmitteln anzustreben. Von den fünfzig Bewerbern, die schon seit Jahren von der Arbeitslosenversicherung unterstützt werden müssen, sind die meisten bäuerlicher Abstammung. Sie sind deshalb ohne weiteres fähig, eine Kleinsiedlung mit Erfolg zu erwirtschaften. Die Auswahl unter den Bewerbern traf das städtische Arbeitsamt; aus der Siedlerliste wurden zehn Familien mit je zwei bis drei Kindern bestimmt.

Dass die "Linth-Escher" mit diesem Projekt in Wangen jedoch auf wenig Verständnis stiess, ging aus einem weiteren Schreiben vom 30. November 1938 deutlich hervor: " Am 25. November ist der Rekurs an den Regierungsrat des Kantons Zürich abgesandt worden. Wir sind gezwungen, die subventionierenden Behörden über die grossen Schwierigkeiten zu informieren, die unserem Versuch einer Kolonisation im Kanton Zürich im Weg stehen. Wangen ist bereits die zweite Gemeinde, die sich vehement gegen unsere gemeinnützigen Bemühungen wendet."

Der Brief endet mit der Bitte: "Unser Siedlungsprojekt ist von so grundsätzlicher moralischer und volkswirtschaftlicher Bedeutung, dass wir hoffen, von Ihnen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt zu werden. Vor allem möchten wir Sie bitten, im Regierungsrat vorstellig zu werden, damit den Gemeinden künftig verunmöglicht wird, die Baubewilligung unter dem Vorwand eines fehlenden Bebauungsplanes abzulehnen."
In der Tat diente vielen Gemeinden dieser Grund als Vorwand, sich vom Vorhaben der Genossenschaft zu distanzieren. In Wahrheit befürchteten sie jedoch, die Siedler könnten an den neuen Orten armengenössig werden. Diese Begebenheiten waren typisch für die Vorurteile, gegen die die Genossenschaft anfänglich anzukämpfen hatte.
  
              

 

Realisierung des ersten Bauprojektes

Im Glattal, südlich von Brüttisellen, an der Strasse Zürich-Winterthur bot sich die Gelegenheit, ein nahezu ebenes Gelände für den Bau einer Siedlung zu erwerben. Das Baugesuch der "Linth-Escher" wurde von der Gemeinde Wangen vorerst aber erneut aus den bekannten Erwägungen abgewiesen. Es war schwierig, die Befürchtungen der Verantwortlichen zu zerstreuen. Nach langem, entschlossen geführtem Kampf von Seiten des Architekten sowie des Vorstandes der Genossenschaft gelang es schliesslich, die Baubewilligung für das Projekt in Brüttisellen dennoch zu erhalten.

Im Juli 1938 erfolgten die behördlichen Zusicherungen der Subventionen vom Bund und der Stadt Zürich. Weitere Fr. 30'000.- erhielt die Genossenschaft aus dem Reinertrag der Arba-Lotterie (Arbeitsbeschaffungs-Lotterie), und die Zürcher Kantonalbank gewährte eine Hypothek von rund Fr. 100'000.-. Grundsätzlich verfügte die "Linth-Escher" zu jenem Zeitpunkt nur über jene Mittel, die ihr von den Mitgliedern durch die Zeichnung von Anteilscheinen überwiesen worden waren. Dazu kamen die Beträge die sie à fonds perdu von privaten Gönnern und Firmen in verdankenswerter Weise erhalten hatte. Um den Kassenbestand weiter zu erhöhen, verkaufte Präsident Stäubli gar noch gedruckte Klebemarken mit dem Bild Johann Konrad Eschers von der Linth für einen Franken das Stück.

Diese ungewöhnlichen Anstrengungen unterstreichen, mit welcher Begeisterung an der Verwirklichung der angestrebten Ziele gearbeitet wurde.

Im Herbst 1941 standen dann an der Winterthurerstrasse in Brüttisellen (heute Linth-Escher-Weg) zehn Häuser für den Einzug von zehn ausgewählten Familien bereit. Die einzelnen Grundstücke sind 1200 bis 1400 Quadratmeter gross. Das rund acht auf acht Meter messende Wohnhaus bildet mit dem halb so breiten Holzschopf, dessen Dach die Fortsetzung zu demjenigen des Wohngebäudes bildet, einen rechten Winkel, der nach Südwesten geöffnet ist. Dadurch wurde ein sonniger, windgeschützter Vorplatz geschaffen. Das Haus umfasst im Erdgeschoss drei Zimmer und eine überaus heimelige Wohnküche. Im oberen Stock bestand die Möglichkeit, ein zusätzliches Zimmer einzubauen. Zentralheizung in Verbindung mit dem Kochherd, daneben ein elektrischer Kochherd, elektrisches Licht, Wasser in der Küche und im Schopf, Sitzbadewanne und Waschherd gehörten z u den Annehmlichkeiten dieser Liegenschaften. Obwohl nur bescheidene finanzielle Mittel aufgewendet werden konnten, sind die zehn Häuser doch überaus wohnlich. Architekt A.C. Müller hatte bei der Erstellung des Erstlingswerkes de "Linth-Escher" grosse Gründlichkeit und viel Liebe zur Sache bewiesen.

Vom Mieter zum Liegenschaftenbesitzer

 

Von Anfang an war vereinbart worden, dass die Siedler die Objekte nach einer gewissen Bewährungsprobe übernehmen konnten. Die Eigentumsübertragung wurde frühestens auf den 1. Oktober 1943 festgesetzt. Die Schlussabrechnung der Überbauung zeigte, dass Familien, welche die Häuser käuflich erwerben wollten, mit einer Anzahlung von Fr. 800.- bis Fr. 1000.- (je nach Grösse des Gartenlandes) sowie einer Hypothek von Fr. 12'000.- rechnen mussten.

Eine Aufstellung der Kosten für die Kleinsiedlung in Brüttisellen sowie deren Finanzierung ist - vor allem bei einem Vergleich zu den heutigen Verhältnissen - zweifellos sehr interessant. So beliefen sich die Erstellungskosten auf Fr. 22'168.30 pro Liegenschaft, und für das Land musste, je nach Fläche der einzelnen Parzelle, bei einem Quadratmeterpreis von Fr. 2.- nochmals Fr. 2300.- bis Fr. 3082.- aufgewendet werden.

Zur Finanzierung (pro Liegenschaft) trugen bei:

           Fr.     

Zürcher Kantonalbank

12'500.-

Bund, Kanton und Stadt

6'720.-

Arba-Lotterie

3'600.-

Interkantonale Lotteriefonds

700.-

Brandassekuranzanstalt

500.-

VPOD

40.-

 

  

 Wohnkolonie in Zürich-Leimbach
          

  

Schon während der Überbauung in Brüttisellen hielt der Vorstand der Genossenschaft in der Umgebung von Zürich wiederum Ausschau nach Bauland. Ein Projekt in Urdorf scheiterte indessen am Widerstand der Gemeindevertreter. Diese wollten nämlich vom Zuzug kinderreicher Familien nichts wissen, denn dadurch wäre der Bau eines grösseren Schulhauses nötig geworden.

 

Positiver verliefen die Gespräche zur Errichtung einer Wohnkolonie in Zürich-Leimbach. Die "Linth-Escher" hatte sich am 4. Februar 1944 das bei der Kirche gelegene 23'256 Quadratmeter umfassende Land zu Fr. 6.80 pro m2 durch öffentliche Beurkundung eines Kaufvertrages gesichert. Im Jahresbericht 1944 war darüber folgendes zu lesen: "Zwanzig Prozent de Summe (fr. 31'765.40) waren bei Abschluss des Vertrages zu bezahlen, die restlichen 80 Prozent (Fr. 127'061.60) auf den 1. August 1944." Der Auftrag, die Wohnkolonie Zürich-Leimbach zu bauen, wurde wiederum dem Architekten A.C. Müller übertragen. Mit Rücksicht auf die Wünsche der städtischen Behörden beschloss der Vorstand, statt der geplanten 37 einzelstehenden Häusern, diesmal fünfzig Reihenhäuser in vier Vierer- und fünf Fünferblocks, sowie einem Sechser- und einem Dreierblock zu erstellen. Die Häuser enthalten im Erdgeschoss je zwei Zimmer und Küche, und im Obergeschoss zwei Zimmer, Bad, WC und Kastenraum.

Um der Stadt Zürich in einem weiteren Punkt entgegenzukommen, entschied sich der Vorstand, die Häuser nicht zu verkaufen, sondern nur zu vermieten. Gemäss dem Wunsch der städtischen Wohnungsbaukommission wurde der Mietzins pro Jahr für ein "Mittelhaus" auf Fr. 1400.-, für ein Eckhaus auf Fr. 1550.- festgesetzt. Die Mieter hatten sich zudem an der Finanzierung mit 5,4 Prozent der Erstellungskosten zu beteiligen. Sie wurden damit zu Geldgebern und hatten somit als Mitglieder der Genossenschaft ein Mitspracherecht an der Generalversammlung. Die Verpflichtung zur Übernahme von 15 Anteilscheinen bei einem Eckhaus und 13 Anteilscheinen für ein Mittelhaus hatte zwangsläufig zur Folge, dass nur Familien mit sicherem Einkommen sich als Mieter bewerben konnten.

Am 27. März 1945 verkaufte der Vorstand an die Stadt Zürich den in der Nähe des alten Schulhauses gelegenen Teil des Baulandes für Fr. 9.- pro Quadratmeter. Die Stadt wollte auf dieser 4330 m2 grossen Parzelle einen Kindergarten (Pavillon) erstellen. Die "Linth-Escher" sicherte sich dafür zwischen der Leimbachstrasse und der Bruderwies 1251 m2 Land für eine dritte Bauetappe von sechs weiteren Reihenhäusern. In dieser Zeit arbeitetet Architekt A.C. Müller noch an einem Projekt für drei Mehrfamilienhäuser, die direkt an der Leimbachstrasse lagen.

Nach Fertigstellung des gesamten Projektes umfasste nun die Wohnkolonie Leimbach 56 Einfamilienhäuser und drei Mehrfamilienhäuser. Der Bestand der Genossenschaft hatte sich in jenem Jahr auf 212 Mitglieder erhöht. Das Genossenschaftskapital betrug nun Fr. 98'000.-, und die Anteilscheine konnten im Jahr 1944 bereits mit drei Prozent verzinst werden.

Im Juli 1945 wurden die Statuten der "Linth-Escher" revidiert. Seither besitzt jeder Genossenschafter nur noch eine Stimme; die Zahl der Anteilscheine fällt nicht mehr ins Gewicht. Dazu kam, dass zuerst die vorgeschriebenen Abschreibungen und Verpflichtungen gedeckt werden müssen, ehe eine Verzinsung der Anteilscheine erfolgen darf. Zudem musste der Stadt Zürich ein Vorkaufsrecht für die mit ihrer Hilfe erstellten Häuser zugesichert werden, wobei der Preis sich in einem vernünftigen Rahmen zu halten hatte. Um künftig von der Stempelabgabe auf dem Anteilscheinkapital durch die Eidgenössische Steuerverwaltung befreit zu werden, hatte die Genossenschaft schliesslich zu deklarieren, dass die Beschaffung gesunder und billiger Wohnungen im Vordergrund ihrer Tätigkeit steht.

Kaum waren die letzten Einfamilienhäuser an der Bruderwies/Rebenstrasse bezogen, wendete sich die "Linth-Escher" bereits wieder neuen Projekten zu. So erfüllte die Genossenschaft gerne den Wunsch der städtischen Behörden, an der Zwirnerstrasse in Leimbach eine weitere Siedlung - diesmal von den Architekten Senn und Muhl geplant und vorbereitet in Angriff zu nehmen. Mit den Bauarbeiten für diese Einfamilienhäuser wurde unverzüglich begonnen, und die Kolonie konnte schon 1947 der Bestimmung übergeben werden. Immer neue Aufgaben kamen auf die Genossenschaft zu, und die Vermietertätigkeit erlangte immer grössere Bedeutung. Erfreulich war besonders die Tatsache, dass im Jahr 1947 allein in den Kolonien Bruderwies/Rebenstrasse sowie Zwirnerstrasse rund 180 Kinder ein Zuhause gefunden hatten. Insgesamt konnte die "Linth-Escher" mit Hilfe der subventionierenden Behörden in Leimbach für 103 Familien preiswerte und gesunde Wohnungen bauen.
 

Bonstetten

Im Auftrag der Genossenschaft erstellten die Architekten Senn und Muhl 1947 in der Nähe des Bahnhofes Bonstetten vierzehn Vier- und Fünfzimmer-Einfamilienhäuser. Diese Häuser wurden durch Verkauf möglichst bald abgestossen.
   

Seebach, Wohnkolonie Grubenacker

Im Oktober 1947 befürwortete eine ausserordentliche Generalversammlung der "Linth-Escher" ein Projekt der Architekten Popp und Mannhart, dass den Bau von 16 Reihen-Einfamilienhäusern im Grubenacker vorsah. Wenn auch die Arbeiten mit Problemen verbunden gewesen waren, präsentierten sich die Objekte mit den zugehörigen Gartenanlagen letztlich sehr gut. Auch diese Liegenschaften wurden den Mietern veräussert (1. Januar 1951).
   

Seebach, Wohnkolonie Grabenacker
                      

 

Birch-, Glattal-, Honigstrasse

Obwohl das Baugespann für dieses grosse Projekt bereits seit dem Frühling 1948 stand, dauerte es beinahe ein Jahr, ehe alle Einsprachen beseitigt werden konnten. Im Januar 1949 wurde jedoch der Bau dieser Liegenschaften - nicht zu verwechseln mit der Kolonie Grubenacker - unter der Leitung des Architekten A.C. Müllers unverzüglich an die Hand genommen. Knapp zehn Monate später konnten die Häuser bereits bezogen werden. Diese Objekte zeichnen sich durch eine einfache, aber äusserst solide Ausführung aus.

In den Mehrfamilienhäusern wurden 48 Wohnungen im sozialen und ebenso viele im allgemeinen Wohnungsbau errichtet. Dazu wurden im allgemeinen Wohnungsbau 19 Einfamilienhäuser erstellt. Je nach Zahl der Zimmer und Stockwerke galten provisorische Mietzinse von Fr. 1440.- bis 2652.- im Jahr. Bei der Vermietung kam jedoch zum Ausdruck, dass viele der zahlreichen Bewerber nicht imstande waren, das notwendige Anteilscheinkapital von Fr. 1300.- bis Fr. 2000.- einzuzahlen.

Zehn Jahre später wurde die Kolonie nach den Plänen von Architekt Ernst Nüesch durch zusätzliche Häuser an der Birchstrasse 655 und 663 sowie an der Glattalstrasse 95 erweitert. Damit vergrösserte sich die Siedlung um weitere 24 Wohnungen und eine unterirdische Garage.
 

Oerlikon

                    

                            

 

Der Vorstand der "Linth-Escher" liess in seinen sozialen Bestrebungen, weiterhin günstige Wohnungen anbieten zu können, nicht nach. Einem Projekt der Architekten Casetti, Rohrer und Schmid, an der Winterthurer- und Bülachstrasse eine neue Kolonie zu erstellen, wurde denn auch an der ausserordentlichen Generalversammlung vom Dezember 1951 einmütig zugestimmt. Das neue Vorhaben basierte auf einem Baurechtsvertrag, den die Genossenschaft mit der Liegenschaftenverwaltung des Kantons Zürich auf neunzig Jahre abgeschlossen hat. Gemäss diesem Vertrag bleibt das Bauland von 14'150 m2 nach wie vor Eigentum des Kantons Zürich. Ausser dem Baurechtszins, der dem damaligen Bodenwert von Fr. 44.-/m2 entsprach, fielen deshalb für das Land keine Kosten an. Nach Ablauf von neunzig Jahren gehen die von der Genossenschaft "Linth-Escher" erstellten Häuser jedoch kostenlos in das Eigentum des Kantons Zürich über.

Damit ergab sich für die Genossenschaft die Notwendigkeit, in dieser Zeitspanne die gesamten Erstellungskosten der neuen Siedlung durch ein Heimfallkonto zu amortisieren.

Die Planung auf dem Grundstück Winterthurer- und Bülachstrasse sah eine grosszügige Überbauung vor. Sonnige Wohnungen und reichlich Grünflächen - dies waren unter anderem die Zielsetzungen der Verantwortlichen. Die Lage vermochte übrigens auch von verkehrstechnischen Überlegungen her zu überzeugen, waren doch Autobus- und Tramhaltestellen in nächster Nähe zu finden. Die Genossenschafter bewiesen mit der Befürwortung dieses Projektes, dass sie bereit waren, einen aktiven Beitrag zur Linderung der Wohnungsnot in der Stadt Zürich zu leisten. Sie gaben damit ebenfalls zu verstehen, dass sie sich nicht nur mit der Erhaltung der schon bestehenden Kolonien begnügen wollten.

Gemäss einer weiteren Auflage des Kantons mussten jedoch rund achtzig Prozent der neuen Wohnungen für kantonale Angestellte reserviert werden. Weil auch die Stadt noch zehn Prozent für sich beanspruchte, blieben der "Linth-Escher" schliesslich nur noch zehn Prozent der Wohnungen zur freien Verfügung. Weitblicken ging die Genossenschaft auf diese Bedingungen ein, denn jeder - so die Überlegung - in diese Kolonie einziehende kantonale Angestellte gab ja an einem anderen Ort eine Behausung frei.

Insgesamt waren 14 Mehrfamilienhäuser und ein siebenstöckiges Hochhaus mit Laubengang vorgesehen. Die Kosten wurden mit 3,5 Mio. Franken veranschlagt. Mitte Dezember 1951 konnten die Eingaben an die Baupolizei sowie die Subventionsbehörde gemacht und das Baugespann errichtet werden. Einsprachen von Anstössern führten jedoch dazu, dass an Stelle des Hochhauses nur ein vierstöckiges Haus (auch mit Laubengang) aufgestellt werden konnte. Dadurch reduzierte sich das Total der vorgesehenen 111 Wohnungen auf 104, und der Mietpreis stieg durch die schlechtere Ausnützung des Baulandes um jährlich Fr. 25.- pro Wohnung. Ende Dezember 1952 waren indessen die Vorbereitungen so weit fortgeschritten, dass mit den Rohbauten begonnen werden konnte. Die Architektengemeinschaft ernannte übrigens den späteren Präsidenten der "Linth-Escher", Ernst Nüesch, zum Bauführer. Dank seines grossen persönlichen Einsatzes blieben Verzögerungen aus, und am 1. Oktober 1953 war für viele Familien in der neuen Siedlung Einzugstermin.
  
 

Erweiterung der Kolonie Leimbach
                              

Im Frühling 1965 erteilte die Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich und die Direktion der öffentlichen Bauten des Kantons der "Linth-Escher" die Bewilligung, mit den Aushubarbeiten für Häuser an der Zwirnerhalde sowie mit der Zufahrtstrasse zu dieser Liegenschaft beginnen zu können. Das von Architekt Ernst Nüesch ausgearbeitete Projekt mit einem Kostenvoranschlag von 2,52 Mio. Franken gliederte sich in zwei Wohnblöcke mit 34 Wohnungen und eine Unterniveaugarage. 1966 waren die Gebäude bezugsbereit.
 

 

Neubau der Kolonie Höngg

                         

Das von den Architekten Guhl, Lechner & Partner durchgeführte Bauprojekt war im Jahre 1995 an der Grossmannstrasse bezugsbereit. Trotz grossem Leerwohnbestand konnten, die Wohnungen überraschend gut und grösstenteils termingerecht vermietet werden. Ausschlaggebend dafür waren einerseits sicher die gut gelungenen Bauten mit ihren differenziert gegliederten Fassaden sowie die von der Norm abweichenden Grundrisse, die eine individuelle Gestaltung der Wohnung begünstigt und andererseits die gute Wohnlage.
 
 

Neubau Zwirnerstrasse

                                 

 

Nach längeren Verhandlungen mit der Stadt Zürich über den geplanten Neubau wurde dieser in den Jahren 1997/1998 erstellt. Ende September 1998 konnten die Wohnungen bezogen werden, diese waren nach kurzer Zeit vermietet. Am 5. September veranstaltete die Genossenschaft einen Tag der "offenen Tür". Zahlreiche GenossenschafterInnen, aber auch interessierte Nachbarn machten von der Möglichkeit Gebrauch, die in allen Belangen gelungenen Wohnungen zu besichtigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Baugenossenschaft

      Linth Escher

Winterthurerstr. 249

8057 Zürich 

Telefon

+41 44 313 90 70

Fax

+41 44 313 90 79

 

Email Kontakt